David Sinden: Mein Bullet Buch



Eine schöne Idee, leider mit zu kindlicher Gestaltung und nicht als Tagesbegleiter geeignet.

David Sinden, Mein Bullet Buch

Die Begeisterung für die Bullet-Journal-Idee ist weltweit riesig. Die Mischung aus handschriftlichem Kalender, Tagebuch, To-do-Liste und Ideenkladde ist genial und überzeugend. Wenn nur der hohe Aufwand nicht wäre: Selber eine Struktur anlegen, Jahres-, Monats- und Wochenübersichten zeichnen, Themen ausdenken und Listen schreiben … Dieses Buch bietet den perfekten Start für alle, die es leichter haben wollen! Alle Kalenderseiten sind vorbereitet, außerdem etliche Listen und Themenseiten, viele Ideen und Anregungen zur individuellen Weitergestaltung. So steht der kreativen Ordnung nichts mehr im Weg! (zur Verlagsseite)

David Sinden, Mein Bullet Buch Cover

Bullet Journals sind ja nicht erst seit gestern Trend, sondern spuken schon eine geraume Weile in den sozialen Medien, besonders auf Instagram, umher. Mir erschien es immer unglaublich zeitaufwendig, für jedes Blatt im Kalender To-Do-Listen, Ziele oder auch nur den Terminplaner an sich zu gestalten. Natürlich hat man durch die eigene Gestaltung die größtmögliche Freiheit, muss aber auch sehr viel Zeit aufwenden, und als künstlerisch ziemlich untalentierter Mensch hat man ohnehin schon schlechte Karten. Deshalb griff ich bisher stets auf die guten alten, vorbedruckten Jahresplaner zurück und bin damit auch ganz gut gefahren, denn es gibt auch Tage oder Wochen, wo ich komplett vergesse, dass ich diesen Planer besitze, und wenn ich mir da vorstelle, dass ich jede dieser ungenutzten Seiten in mühevoller Kleinstarbeit selbst gestaltet habe – oh Gott! Deshalb kam mir David Sindens „Mein Bullet Buch“ ziemlich gelegen. Denn nicht nur Bullet Journals sind jetzt hip, sondern auch die Selbstorganisation und das achtsame Leben scheinen etwas medialer geworden zu sein, und das alles versprach das Bullet Buch zu vereinen: To-Do-Listen, Kalenderseiten, Monatsziele und viele viele toll gestaltete Themenseiten lockten mich mit ihrer zwar vorgedruckten, aber dem Bullet Journal nachempfundenen Pracht. Also quasi das Bullet Journal für Einsteiger und Menschen mit zwei linken Händen wie mir.

David Sinden, Mein Bullet Buch

Eingeleitet wird das Bullet Buch mit einer kleinen Intro, was denn Bullet Journaling überhaupt ist und was es alles zu entdecken gibt. Neben wiederkehrenden Themen-Seiten wie „Mein Monat“ oder „Dranbleiben!“, wo man seine To-Do-Listen anlegen kann, gibt es viel zu sehen! Besondere Seiten wie „Mein Kleiderschrank“, die zum Ausmisten einlädt, oder Seiten zur Selbstreflexion werden abgerundet mit weiteren, häufigeren Kategorien wie „Mein Sparschwein“ oder „Zeit für mich“. Es gibt viel Platz für Kritzeleien – nicht, dass man dieser bei der Gestaltung dieses Buchs nötig hätte! – und auch für schnelle Notizen. Schade finde ich, dass vorn im Inhaltsverzeichnis Seitenangaben stehen, man aber im Buch selbst keine solchen findet, das Suchen als durchaus schwer fallen kann.

David Sinden, Mein Bullet Buch

Kommen wir zur Gestaltung des Bullet Buchs: Ich glaube, hier wurde gezielt für eine bestimmte Zielgruppe gestaltet, da es auf nahezu jeder Seite kleine Illustrationen zu sehen gibt. Diese sind jedoch nur als Umriss dargestellt, sodass man zum Ausmalen angeregt wird, was dem Nutzer wenigstens ein bisschen Design abverlangt. Die Motive sind sehr blumig, überall gibt es Schnörkel oder Sternchen. Somit entsteht der Eindruck, dass das Journal eher für jüngere Personen, sprich Teenie-Mädchen, gemacht ist. Die Sprache, die im gesamten Buch verwendet wird, verstärkt diese Annahme weiterhin.  Dass es lediglich Seiten für Projekte gibt und (meines Wissens nach) nur eine einzige Seite mit einem Tagesplaner, finde ich ein wenig schade, denn man möchte ja schließlich auch seinen Alltag täglich strukturieren und da hilft ein einziger Tagesplaner leider nicht.

David Sinden, Mein Bullet Buch

Fazit: Die Idee finde ich sehr gelungen, besonders künstlerisch unbegabte Menschen wie mich holt das Bullet Buch ab. Die kindliche Gestaltung und das Fehlen der Tagesplaner macht das Bullet Buch für mich jedoch nicht zum festen Taschenbegleiter, sondern eher zu etwas, mit dem man sich am Wochenende oder in einer Mußestunde am Abend befassen kann. Für jüngere Bullet-Journaling-Fans kann ich mir das Bullet Buch sehr gut als täglichen Begleiter vorstellen, besonders, wenn man nebenher noch einen „richtigen“ Terminplaner führt. Für mich ist das jedoch zu anstrengend. Ich finde den Gedanken, all diese Felder auszufüllen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukehren und Dinge abzuhaken, anstrengend. Für mich bleibt es wohl beim Jahresplaner für die Handtasche und meinem Schreibtisch-Block, auf dem ich Termine, To-Dos, einen Wochenplan und ein großes Feld für Notizen und Krakeleien habe. (Ich verwende übrigens diesen hier — keine Werbung, kein Affiliate, nur ein hübscher Block. 🙂 )

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David Sinden, Mein Bullet Buch. Mosaik Verlag
Taschenbuch mit Flexbroschur, 224 Seiten
ISBN: 978-3-442-39334-3
Erschienen: 19.03.18

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