TBC: Im Kern eine Liebesgeschichte



Elisabeth McKenzie, Im Kern eine Liebesgeschichte

Veblen, die sich als Übersetzerin versucht, und Paul, ein Neurologe, wollen heiraten – sämtlicher ideologischer (Ist die Ehe noch zeitgemäß?) und philosophischer (Wie kann man jemanden lieben, der keine Maiskolben mag?) Einwände zum Trotz. Wäre da nur nicht der Streit um das Eichhörnchen, das in Veblens Garten haust. Oder diese dubiose medizinische Veteranen-Studie, die Paul leitet. Ganz zu schweigen von den größten Minenfeldern: den jeweiligen Familien. Schon das erste Treffen zwischen Paul und Veblens Mutter eskaliert fast völlig. Schließlich ist er Arzt – und sie passionierte Hypochonderin. Es gilt also, diverse zwischenmenschliche Herausforderungen zu bewältigen, bis der Tag der Trauung kommt. Falls er kommt. (zur Verlagsseite)

Elisabeth McKenzie, Im Kern eine Liebesgeschichte Cover

TBC – to be continued. Was bedeutet das? Nun ja, dass ich dieses Buch fürs Erste abgebrochen habe. Doch wie kam es dazu? Dazu möchte ich gern etwas ausholen: „Im Kern eine Liebesgeschichte“ von Elisabeth McKenzie prägte sich bereits letztes Jahr mit dem Titel der Originalausgabe („The portable Veblen“) in mein Gedächtnis ein. Logisch, dass ich dann zum Erscheinen der deutschen Ausgabe mit diesem wunderschönen Cover nicht länger warten konnte und loslesen musste. Unsere Protagonistin, Veblen, war mir direkt auf Anhieb sympathisch mit ihrer eigenen Art und ihrer Eichhörnchenliebe. Die Geschichte, wie sie ihren Partner Paul kennenlernt, beginnt relativ unaufgeregt, wird nach und nach aber immer witziger und irgendwie fühlt man sich mit den Charakteren, besonders aber mit Veblen, verbunden. Weil sie in ihrem Alter noch beruflich vor sich hin dümpelt, anstatt „die große Karriere“ zu machen, habe ich Veblen gleich in mein Herz geschlossen, denn da erkenne ich gewisse Parallelen zu mir selbst. 😀 Die Geschichte entwickelt sich so, wie man es von einer romantischen Komödie erwarten würde, der große Elternbesuch, die den Liebsten natürlich verschmähen, die abgedrehte Mutter, etc.

Paul wusste nicht, dass sie Antidepressiva einnahm, aber sie erzählte ihm ja auch nicht, welche Zahnpasta und welches Deo sie benutzte (Colgate und Tom’s).

Und obwohl mir die Erzählsprache sehr gut gefallen hat und Veblen quasi meine Seelenverwandte ist, hörte ich auf Seite 193 auf zu lesen. Warum? Ich habe mich, obwohl ich die Story bis dahin genossen habe, irgendwie nur noch durch die Seiten gequält. Alles an der Story erschien mir auf einmal so langatmig, so irrelevant. Pauls Studie an Kriegsveteranen war neben Veblens Diskussionen mit ihrer Mutter zwar ein spannender und interessanter Gegenpart, dennoch konnte mich das alles irgendwie nicht mehr fesseln. 500 Seiten erschienen mir plötzlich zu viel, um diese Geschichte zu erzählen, und ich legte „Im Kern eine Liebesgeschichte“ beiseite.

Und da noch einige andere Titel darauf warten und ich die Geschichte auch wertschätzen möchte, habe ich mich dafür entschieden, es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal mit Elisabeth McKenzies Roman zu versuchen. Ich glaube, für jedes Buch gibt es den richtigen Zeitpunkt, und ich glaube, wenn ich aus dem nächsten spannungsgeladenen Thriller (oh ja, ich lese einen Thriller!) komme oder aus einem langatmigen Sachbuch, kommt Veblens liebenswert-chaotische „Love Story“ genau richtig. Und somit sage ich nicht „Byebye, Veblen“, sondern freue mich auf die ein oder andere gemütliche Stunde, die ich mit diesem charmanten Buch noch haben werde. ♥ (Ich werde selbstverständlich berichten!)

Dieses Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Dumont Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Elisabeth McKenzie, Im Kern eine Liebesgeschichte.
Dumont Verlag
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten
ISBN: 9783832198770
Erschienen: 20.08.18

 

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